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September 08 2010

bookshelves: sachbuch
Ich schätze solche gut recherchierten Bände mit zahlreichen Bildern; Briefe und Notizen in Originalkopie und Fotos aus den jeweils besprochenen Zeitabschnitten, lassen ein viel klareres Bild vom besprochenen Menschen entstehen als ein bloßer Prosaband.
Faszinierend sein Aufstieg in die Europäische Topriege der Journalisten und Schriftsteller, faszinierend sein Weitblick und seine politischen Vorahnungen. Ähnlich wie Kraus lehnte er Nazideutschland auf das schärfste ab und sah, wie Kraus, den christlichen Ständestaat und auch das Haus Habsburg als letzten Ausweg gegen die kommende Totenmesse, obwohl er im Grunde genommen ein Links denkender Mensch war.
Tragisch das Schicksal seiner Frau Friedl, die 1940 als Geisteskranke von den Nazis ermordet wurde und genauso sein einsamer Tod. Als Alkoholiker starb er 1939 an einer unbehandelten Lungenentzündung in einem (Exil) Pariser Armenspital ans Bett gefesselt vier Tage lang vor sich hin.
Einen leichten Tod wünschte er sich immer, den bekam er nicht. Zumindest musste er als katholisch denkender, Galizischer Jude und Österreichischer Legitimist nicht mehr den gesammten Holocaust miterleben, aber er ahnte, dass es dazu kommen würde.