Driesch
Zeitschrift für Literatur & Kultur
Heft 0 / Dezember 2009
Das neue Sagen Das alte Hören Das Alte
hören Das Neue hören Das neue Hören
Das Neue sagen
ISSN 2078-6433
Driesch
Zeitschrift für Literatur & Kultur
Heft 0 / Dezember 2009
Das neue Sagen Das alte Hören Das Alte
hören Das Neue hören Das neue Hören
Das Neue sagen
ISSN 2078-6433
Wenn man als Schriftsteller eingeladen wird und durch dieses Land fährt, erlebt man zwar den ganzen Reichtum der literarischen Institutionen noch, die damals entstanden, aber immer stärker spürt man auch, wie sehr diese Institutionen dabei sind, von innen heraus zu verschwinden. Da gibt es Lesungen in literaturwissenschaftlichen Seminaren, in denen man den Studenten keine Bücher mehr zumutet, sondern zum Semesterbeginn zehnseitige Ausschnitte kopiert, anhand deren nicht etwa Romane verstanden, sondern lediglich Frage- und Diskussionstechniken eingeübt werden sollen. Da mutieren immer mehr Traditionsbuchhandlungen, die einst Lesungen veranstalteten, zu Papeterien.
Martin Fritz
*1982, lebt im Internet und in Innsbruck und studiert Vergleichende Literaturwissenschaft. Schreibt
privat am liebsten Kurzbios von sich selbst (sehr schön, aber leider von jemand anders: „If you want
to know all about me just look at the surface: of my books, LPs and movies, and there I am. There‘s
nothing behind it.“), wenn er nicht gerade myspace-taugliche Fotos von sich raussucht. Hört sich
in seiner Freizeit gerne DJ Patex’ Coverversion des Songs I Wish I Was Him an. Findet neben
Videos von Kätzchen, die Schönberg am Klavier spielen, auch Niklas Luhmann eigentlich ganz gut,
wenngleich es gar nicht stimmt, dass 87% seiner Äußerungen die Idee eines riesigen Luhmann-
Online-Archivs behandeln. Teil der 1. Innsbrucker Lesebühne „Text ohne Reiter“. Ansonsten das
Übliche: Will genauso sein wie seine Vorbilder, aber vollkommen eigenständig, Veröffentlichungen in
Literaturzeitschriften und Anthologien etc. Auch eine Art „Nein“ zu sagen, ohne sich umzubringen.
Der französische Ausdruck Écriture automatique (dt.: Automatisches Schreiben, Automatischer Text) bezeichnet eine Methode des Schreibens, bei der Bilder, Gefühle und Ausdrücke durch Introspektion in die Psyche unreflektiert wiedergegeben werden. Es dürfen sowohl Sätze, Satzstücke, Wortketten, als auch einzelne Wörter geschrieben und auch Fehler gemacht werden und es muss nicht auf die Regeln der Orthografie, Grammatik oder Interpunktion Rücksicht genommen werden. Die Surrealisten propagierten diese schriftstellerische Form der Freien Assoziation als eine neue Form der Poesie und der Experimentellen Literatur.